Ausgeleget !

Bibelwort: Lukas 18,1-8

 

Ein Schlüssel zum Verständnis dieses Evangeliums ist –auch vor dem Hintergrund eigener

Gebetserfahrungen – das Begriffspaar „Gebet und Glaube“. Mein Beten geht ins Leere,

wenn ich Gott nicht zutraue, dass er mich hört und mich auch erhört. Und Gott zu vertrauen,

heißt nicht, dass ich meine Anliegen nicht mehr vor ihn bringen muss, weil Gott sowieso alles

von mir weiß. Das ist so, doch das enthebt mich – meiner Ansicht nach – nicht der Pflicht,

still zu werden, mir Zeit zu nehmen, meine Gedanken zu sortieren, mich meiner Bitten und

Wünsche, meiner Ängste und Sorgen bewusst zu werden und all das dann in Worte zu gießen

und vor Gott zu bringen. Zu glauben und zu beten sind nicht voneinander zu trennen.

Doch Vorsicht: Der Umkehrschluss gilt nicht. Heißt: Wenn meine Gebete nicht erhört werden,

dann habe ich nicht zu wenig geglaubt. Denn Beten – und sei es noch so sehr von Glauben

und Vertrauen durchdrungen – setzt bei Gott keinen Automatismus in Kraft. Dass Gott mich

hört und mich erhört – Ja. Wie und wann Gott mich erhört, liegt in seiner Hand. Denn Gott hat

Möglichkeiten, die ich nicht einmal erahnen kann. Er weiß, was für mich besser ist.

Und will nur mein Bestes. Darauf darf ich vertrauen.

Darauf muss ich manchmal vertrauen.

 

Michael Tillmann

 

 

 


 

 




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